Über das Symposium für Haltungs- und Bewegungssteuerung
In zehn Vorträgen führender Wissenschaftler und Experten der Bewegungsmedizin hat die GHBF e.V. im November 2011 zum zweiten Mal einen systematischen Überblick über die aktuelle Forschungssituation gegeben. Informationsmaterial zu vergangenen Symposien finden Sie hier.
Pressemitteilung
„Wir schonen uns krank“
München, 5. Dezember 2011 – „Raus aus der Komfortzone“, das sei der ärztliche Rat, den viele Patienten bräuchten, aber leider nicht erhielten, kritisierte Dr. Gregor Pfaff auf dem 2. wissenschaftlichen Symposium der GHBF. Am 26. November trafen sich knapp 300 Spezialisten der Bewegungsmedizin, um sich über neue Trends und Entwicklungen auszutauschen. Kritisch wurden heutige Behandlungskonzepte in der Orthopädie gesehen. „Wir schonen uns krank“, mahnte Pfaff, Präsident der Gesellschaft für Haltungs- und Bewegungsforschung e.V. (GHBF). „Dem Wunsch nach immer mehr Komfort wird nur allzu gerne nachgegeben – zu Lasten der Gesundheit“,ergänzte Pfaff. Schon heute sind viele der Volksleiden auf einen Mangel an Bewegung zurückzuführen. Rund 80 Prozent aller Mitteleuropäer gehen weniger als 1.000 Meter pro Tag! Gleichzeitig steigt die Anzahl an Erkrankungen wie Diabetes, Fettsucht, Herz- und Gefäßerkrankungen Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Psyche weiterhin rasant an.
„Bewegen heißt Kosten sparen“
Neben dem Gesundheitsaspekt ist der volkswirtschaftliche Vorteil regelmäßiger Bewegung gar nicht hoch genug einzuschätzen. „Wir könnten Milliarden einsparen an Ausgaben für Medikamente, Operationen und Krankengeld, würden Ärzte mehr funktionell behandeln statt zu operieren. Gleichzeitig müssen wir die Patienten zu mehr Eigenverantwortung und Bewegung anhalten“, forderte Pfaff.
„Das Gesundheitssystem will gar nicht sparen“
Dabei sind viele Operationen überflüssig, wie zahlreiche Studien belegen. Teils werden Operationen technisch brillant ausgeführt, aber die Patienten haben hinterher mehr Schmerzen als vorher. Es wird deswegen aber nicht weniger operiert, sondern mehr – dafür mit einer anderen Operationstechnik. „In diesem System gibt es kein Interesse, Operationen zu vermeiden“, sagte Werner Kieser, Pionier des gesundheitsorientierten Krafttrainings. „Operationen lohnen sich betriebswirtschaftlich mehr – für den Arzt und die Industrie“, so Werner Kieser in seinem Vortrag weiter.
„Schönheits-OPs richten ungeahnte Schäden an“
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass Schönheitsoperationen noch schädlicher sind, als bisher angenommen. So ist inzwischen klar, dass bei Fettabsaugungen Teile des Bindegewebes mit wichtigen sensorischen Funktionen entfernt werden. .„Wir wissen, dass im Bindegewebe die meisten Rezeptoren der Körperwahrnehmung liegen, was es zu unserem größten Sinnesorgan macht. Bei einigen Operationstechniken aber werden diese Strukturen größtenteils zerstört – mit unabsehbaren Folgen“, berichtete Dr. Robert Schleip, Leiter des Fascia Research Project, der Universität Ulm.
Das nächste Symposium der Bewegungsmediziner findet am 30. November 2013 wieder in München statt.
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